{"id":3905,"date":"2022-03-14T10:57:16","date_gmt":"2022-03-14T10:57:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/?page_id=3905"},"modified":"2022-03-14T10:57:16","modified_gmt":"2022-03-14T10:57:16","slug":"der-friese-ein-gutmuetiges-ausdauerndes-charakterpferd","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/index.php\/das-friesenpferd\/der-friese-ein-gutmuetiges-ausdauerndes-charakterpferd\/","title":{"rendered":"Der Friese: Ein gutm\u00fctiges, ausdauerndes Charakterpferd"},"content":{"rendered":"<p>Die r\u00f6mischen Schriftsteller Iulius Caesar und Tacitus beschreiben in ihren Schriften ein Pferd mit kurzen, kr\u00e4ftigen Gliedma\u00dfen, \u00fcppiger M\u00e4hne, Schweif und Fesselbehang, das nicht besonders schnell, aber ausdauernd ist. In dieser Beschreibung erkennen Friesenkenner die erste schriftliche Erw\u00e4hnung dieser Pferderasse. Entsprechende arch\u00e4ologische Ausgrabungen sollen diese Annahme unterst\u00fctzen. Die Forscher fanden kleine und gro\u00dfe Pferdesch\u00e4del, die belegen sollen, dass die Vorfahren des Friesenpferdes bereits im ersten Jahrhundert existiert haben.<\/p>\n<p>Damit z\u00e4hlt das Friesenpferd zu den \u00e4ltesten Kulturpferderassen Europas. Damals noch eher ein schweres Kaltblut, das bis auf den Fesselbehang und die etwas l\u00e4ngere M\u00e4hne noch wenig mit dem modernen Friesenpferd zu tun hatte. Es stammt, wie der Name andeutet, urspr\u00fcnglich aus der niederl\u00e4ndischen Provinz Friesland. Besonders im Mittelalter z\u00e4hlte dies Rasse zu den liebsten Gef\u00e4hrten der Ritter. Es machte durch seine \u00fcppige M\u00e4hne einen edlen Eindruck, konnte die Ritter samt schwerer R\u00fcstung tragen und war auch kr\u00e4ftig und zugstark genug, um ihre Kutschen zu ziehen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_490\" aria-describedby=\"caption-attachment-490\" style=\"width: 247px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-490 size-full\" src=\"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/historie.jpg\" alt=\"Phryso\" width=\"257\" height=\"196\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-490\" class=\"wp-caption-text\">Der Stich &#8222;Phryso&#8220; z\u00e4hlt zu den \u00e4ltesten Abbildungen des Friesenpferdes. Von diesem Bild ist auch der Name des KFPS-Zeitschrift &#8222;Phryso&#8220; abgeleitet.<\/figcaption><\/figure>\n<h2><b>Erste Veredlung des Friesen im 16. Jahrhundert<\/b><\/h2>\n<p>Als die Spanier im 16. Jahrhundert die Niederlande besetzten, kreuzten sie das damals noch eher kaltbl\u00fctige Friesenpferd mit ihren hochbl\u00fctigen spanischen Pferden und gaben damit der heutigen Friesenpferdezucht ihren Anfang. Durch diese Einkreuzung entstand auch die Verwandtschaft des Friesenpferdes mit den Neapolitaner Pferden, Kladrubern und Lipizzanern.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das Friesenpferd profitierte von der spanischen Veredelung in k\u00f6rperlicher Hinsicht. Es erhielt \u00fcber die Jahrhunderte hinweg einen athletischeres K\u00f6rperbau, wirkte immer weniger kaltbl\u00fctig wie seine Vorfahren. Die neue Erscheinung machte es zum Liebling in den Adelsh\u00e4usern dieser Welt, da die lange, gl\u00e4nzende M\u00e4hne, das lackschwarze Fell, die erhabenen, schwungvollen Bewegungen, Nervenst\u00e4rke, Intelligenz, Anpassungsf\u00e4higkeit und Leistungsbereitschaft f\u00fcr die herrschende Gesellschaft die Inkarnation des \u201emajest\u00e4tischen\u201c zeigte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_491\" aria-describedby=\"caption-attachment-491\" style=\"width: 248px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-491\" src=\"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/historie2.jpg\" alt=\"Sjees\" width=\"258\" height=\"195\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-491\" class=\"wp-caption-text\">Die friesl\u00e4ndischen Bauern spannten das Friesenpferd mit Vorliebe vor ihre Sjezen, die auf diesem Stich abgebildeten, einachsigen Sonntagskutschen. Auf diese Wiese demonstrierten die Bauersleute ihren Wohlstand. Abbildung: privat<\/figcaption><\/figure>\n<p>Durch das spanische Blut wurde das Friesenpferd zum wahren Allrounder. Und das ist es auch heute noch. Es eignet sich sogar f\u00fcr die h\u00f6chste Klassen der Dressur, wie der belgische Dressurreiter Marc Peter Spahn mit seinen Jahrhunderthengsten Adel 357 und Elias 494 immer wieder beweist. Dass ein Friesenpferd in einer so hohen Dressurpr\u00fcfung platziert wird, ist noch immer keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2><b>Das Friesenpferd: Mehrfach vom Aussterben bedroht<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/h2>\n<p>Kaum zu glauben also, dass diese majest\u00e4tisch wirkenden, sanften, menschenbezogenen Pferde noch Anfang des 20. Jahrhunderts vom Aussterben bedroht waren. Die Erfindung des Automobils machte die Pferdehaltung hinf\u00e4llig. Dieses Schicksal teilt das Friesenpferd mit vielen anderen Pferderassen. Wenige Z\u00fcchter sahen sich der friesl\u00e4ndischen Tradition und den Friesenpferden gegen\u00fcber jedoch verpflichtet. Ihrer Pferde- und Traditionsliebe ist es zu verdanken, dass die Rasse heute noch existiert. Aus den 1913 noch verbliebenen drei Deckhengsten Prins 109, Alva 113 und Friso 117 zogen sie Nachkommen, mit denen sie die Rasse erhielten. Mit H\u00f6hen und Tiefen, denn auch in den 1960er Jahren machten technische Neuerungen die Pferdehaltung noch unattraktiver, als sie es zu Beginn des 20 Jahrhunderts bereits war. Wieder schrumpfte der Rassebestand. Die Pferdehaltung hatte l\u00e4ngst keinen allt\u00e4glichen Nutzen mehr, sondern war ein teures privates Vergn\u00fcgen. 500 Zuchtstuten waren 1965 im Ursprungszuchtbuch \u201eKoninklijke Vereniging Het Friesch Paarden-Stamboek\u201c (KFPS) eingetragen.<\/p>\n<p>Ein Werbeclou rettete die friesl\u00e4ndische Pferderasse vor dem weiteren Verfall. Mit einer Parade in Warkum am IJsselmeer machten die letzten leidenschaftlichen Friesenliebhaber die Rasse \u00fcber die niederl\u00e4ndischen Grenzen hinaus wieder bekannt \u2013 und begehrt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Was Ende der 1960er Jahre Warkum war, ist heute die Hengstk\u00f6rung in Leeuwaarden. Friesenz\u00fcchter und -fans schauen jedes Jahr gespannt auf die dort pr\u00e4sentierte Auslese, die heute eher an ein Warmblut mit viel Fesselbehang und langer M\u00e4hne denken l\u00e4sst. Der sportliche Friesentyp ist gefragter denn je.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2778\" aria-describedby=\"caption-attachment-2778\" style=\"width: 290px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2778\" src=\"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Odin_7_Equitana19_HP-300x200.jpg\" alt=\"Odin_v_Urfftal_ggu\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Odin_7_Equitana19_HP-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.fpzv-ev.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Odin_7_Equitana19_HP.jpg 709w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2778\" class=\"wp-caption-text\">Heute ist das Friesenpferd ein vielseitiger Freizeitpartner und findet seinen Einsatz in der Dressur, vor der Kutsche und auch in der Working Equitation. Foto: ggu<\/figcaption><\/figure>\n<h2><b>Die vier bedeutenden Hengstlinien der Friesenzucht<\/b><\/h2>\n<p>Heute st\u00fctzt sich die Friesenzucht auf die vier Hengstlinien: Mark 232 \u2013 Vorfahre des Jahrhunderthengstes Jasper 366, Jarich 226 \u2013 Vorfahre der \u201eTetmannlinie\u201c, Ritske 202 \u2013 Urvater der sportlichen Friesentypen, und Age 168 \u2013 die inzwischen kleinste noch existierende Linie. Z\u00fcchter m\u00fcssen aufgrund dieser engen Linienf\u00fchrung ein besonderes Augenmerk auf den Inzuchtfaktor und den Verwandtschaftsgrad legen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><b>Die deutsche Friesenzucht: Entstehung des FPZV<\/b><\/h2>\n<p>In Deutschland machte insbesondere G\u00fcnther Fr\u00f6hlich, auch bekannt als \u201eFriesenpapst\u201c, die friesischen, schwarzen Pferdesch\u00f6nheiten bekannt. Er importierte 1977 den Friesen-Deckhengst Douwe 249 nach Deutschland, pr\u00e4sentierte mit ihm die Rasse auf zahlreichen Messen und fuhr sogar Thomas Gottschalk in einer Sendung \u201eWetten, dass&#8230;?\u201c im r\u00f6mischen Streitwagen durch die Arena von Xanten. G\u00fcnther Fr\u00f6hlich zeigte das Friesenpferd in all seiner Pracht und Vielseitigkeit und legte damit den Grundstein f\u00fcr dessen deutsche Zuchtgeschichte. 1979 gr\u00fcndete er den \u201eVerband der Z\u00fcchter und Freunde des Friesenpferdes Deutschland e.V.\u201c, aus dem sich sp\u00e4ter der Friesenpferde Zuchtverband (FPZV) entwickelte. Sodass auch die in Deutschland gezogenen Friesenpferde ihren Ursprung in den Niederlanden haben.<\/p>\n<p>Heute ist der FPZV der einzige staatlich und von der FN anerkannte Verband, der sich f\u00fcr die Erhaltung der Friesenpferde-Zucht in Deutschland engagiert. Mehr zur Geschichte des FPZV lesen Sie <a href=\"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/index.php\/das-friesenpferd\/die-geschichte\/\">HIER<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die r\u00f6mischen Schriftsteller Iulius Caesar und Tacitus beschreiben in ihren Schriften ein Pferd mit kurzen, kr\u00e4ftigen Gliedma\u00dfen, \u00fcppiger M\u00e4hne, Schweif und Fesselbehang, das nicht besonders schnell, aber ausdauernd ist. In dieser Beschreibung erkennen Friesenkenner die erste schriftliche Erw\u00e4hnung dieser Pferderasse. Entsprechende arch\u00e4ologische Ausgrabungen sollen diese Annahme unterst\u00fctzen. Die Forscher fanden kleine und gro\u00dfe Pferdesch\u00e4del, die &#8230; <a title=\"Der Friese: Ein gutm\u00fctiges, ausdauerndes Charakterpferd\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/index.php\/das-friesenpferd\/der-friese-ein-gutmuetiges-ausdauerndes-charakterpferd\/\" aria-label=\"Mehr bei Der Friese: Ein gutm\u00fctiges, ausdauerndes Charakterpferd\">Weiterlesen &#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":123462,"featured_media":0,"parent":52,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"generate_page_header":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3905"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/123462"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3905"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3905\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3943,"href":"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3905\/revisions\/3943"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/52"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fpzv-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3905"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}